DIS

 

 

Eine Vermischung in unseren Köpfen und Herzen zwischen Realität und Fiktion ist nicht mehr fern.

 

In „Dis“ geht es vor allem um die Kurzlebigkeit aller Dinge, und um die Auswirkung des Fernsehens auf die Generation von heute. Noch vor einigen Jahren gingen die Leute ins Kino um die Tagesschau zu sehen. Heute schaut man sich alles mögliche gemütlich zu Hause an. Wir werden ununterbrochen berieselt von Bildern und Informationen, die oftmals keinen Nutzen haben. Die Aufnahmefähigkeit und das Mitgefühl sinken auf ein Niveau der Gleichgültigkeit. Mit einem „Zap“ ist man mitten im Krieg mit dem nächsten bei Omas-Koch-Show. Man sieht tote in Irak und hungernde Kinder in Afrika während auf den nächsten Sender gezeigt wird wie die Reichen und Schönen leben. Das führt zu einem Phänomen, das ich als „Disconnected“ bezeichne, weil wir nur die Ereignisse lediglich sehen und vielleicht auch hören aber nicht riechen oder fühlen. Eine Vermischung in unseren Köpfen und Herzen zwischen Realität und Fiktion ist nicht mehr fern. Könnte es sein, dass wir die Bildern im Fernsehen eigentlich nicht als real empfinden? Sind sie nur eine perfekte Illusion?

 

Fotos von Karen Schultze, Cyril Combe