EQUI-LIBRE

Die meisten von uns möchten mit sich selbst und ihrem Umfeld in Einklang sein, auch wenn unsere Umgebung oft ganz und gar nicht harmonisch ist. Obwohl wir dauernd versuchen das Leben aus zu balancieren, gelingt es uns nur selten solche Momente des inneren Friedens zu erleben.

Die zwei Charaktere, die in der Szenerie Ihren jeweiligen Platz eingenommen haben, leben ihre unterschiedlichen Rollen aus. Dominant und arrogant, sogar suchend nach Anerkennung von den Zuschauern belustigt sich der Überlegene an dem ihm zu Füssen liegenden. Regungslos und passiv duldet dieser jeden Missbrauch. Wie ein Objekt wird er von seinem Peiniger in jede nur erdenkliche Position geschoben, gezogen und verrenkt. Seine Passivität scheint den Täter zu  immer größerer Brutalität zu ermuntern um seine Macht zu festigen. Nach einer langen Zeit entwickelt der Erduldende erste eigene Regungen die von seinem Gegenüber als Widerstand erlebt werden. Beide ringen mühsam um eine Balance in diesem aus den Fugen geratenen Machtverhältnis. Das erweist sich als schwierig und kraftraubend. Schließlich wird deutlich, dass nur durch ein offenes Gegenübertreten so wie das Bemühen um Balance und Ausgewogenheit eine friedliche Koexistenz möglich wird. Am Ende wird klar, dass der soziale Frieden immer wieder neu und beharrlich austariert werden muss.

 

Fotos von D. Rossetti, Carole Alkabes, Yoan Jeudy, Robert-Tito Haarpaintner