Exposed

Wenn ich alles sehe, welcher Raum bleibt dann dem Mysterium? Bleiben noch unzugängliche Schattenbereiche, die unsere Phantasie nähren?

Die Idee zu dieser Aufführung entstand bei der Lektüre eines Zeitungsartikels mit dem Titel „Verlust der Nacht“. Mir wurde klar, dass dieses Thema im Leben vieler Leute präsent ist, dass aber nur wenige sich dessen bewusst sind oder gar über die sog. Lichtverschmutzung Bescheid wissen. Beim Lesen begriff ich, dass dieses Phänomen (über das ich nie wirklich nachgedacht hatte, da es völlig in meinem Alltag aufgegangen war) weit komplexer ist, als es zunächst scheint. Die Tatsache, dass es in unseren Städten „dauernd Tag ist“, scheint uns nicht sonderlich zu stören. Doch manche Aspekte dieses Phänomens, die harmlos scheinen mögen, haben bei mir Fragen aufgeworfen: „Wenn ich alles sehe, welcher Raum bleibt dann dem Mysterium? Bleiben noch unzugängliche Schattenbereiche, die unsere Phantasie nähren?“ Im Gegensatz zum wissenschaftlichen Nachweis und dem Bedürfnis, immer zu wissen, was beispielsweise auf dem Grund der Ozeane geschieht, nährt die Nacht das Imaginäre und weckt in uns Empfindungen: Angst, Beklemmung, Ruhe, Erwachen der anderen Sinne neben dem Sehen, Verlust der Bezugspunkte, Verlust der Kontrolle.

Clément Bugnon

Fotos von Ida Zenna

 

 

Die Musik wurde spezielle für das Werk von dem Komponisten und Musiker Michio Woigardt komponiert.

Musik-Link: https://soundcloud.com/michiow/sets/exposed-musical-excerpts-of

Webseite: www.michio.de

 

Diese Tanzvorstellung von company Idem entsteht im Rahmen des Projektes „Tanz und Dramaturgie“ und wurde vom Theatre Sévelin 36 ko-produziert.

Und von Theater L’usine Genf, Dampfzentrale Bern, Tanzhaus Zürich, Kanton Waadt, Der Stadt Sainte-Croix, Le Zarti’cirque, Loterie Romande, Prohelvetia, Migros Kultur Prozent und der SSA (Société Suisse des Auteurs) unterstützt und gefördert.